10 Tipps: Günstige oder kostenlose Bilder bei Bildagenturen suchen

Ob für Präsentationen, Social Media, Magazine oder Broschüren: Ein Interesse weckendes Grafikdesign lebt von ansprechenden Bildmotiven. Stehen Ihnen aber kein großer Bildetat und vielleicht auch wenig Zeit für die Recherche von attraktiven Fotos, Illustrationen oder Vektorgrafiken zur Verfügung? Hier erfahren Sie, welche Stock- bzw. Bildagenturen, wie z. B. iStock, Getty Images, Shutterstock oder Adobe Stock, für Sie infrage kommen. Zudem erhalten Sie hier zahlreiche Tipps. Beispielsweise, was Sie bei über Lizenzrechte wissen sollten, und wie Sie trotz eines geringen Budgets günstige und manchmal sogar kostenlose Bilder suchen und finden.

Nutzungsrechte von Fotos im Lizenzvertrag richtig lizenzieren

Wenn Sie Bilder kaufen, werden Ihnen nach dem Urheberrecht Nutzungsrechte in einem Lizenzvertrag für eine bestimmte Nutzungsart eingeräumt. Dabei wird ein Lizenzvertrag zwischen der Bildagentur oder einem Fotografen (Lizenzgeber) und Ihnen (Lizenznehmer) geschlossen. Die Auflagenhöhe, Nutzungsdauer und Medien können z. B. zusätzlich zur Nutzungsart eingeschränkt sein.

Tipp 1 | Nutzungsart: Verwenden Sie Bilder nicht für Werbezwecke, die nur für eine redaktionelle Nutzung vorgesehen sind. Das kann, wenn es auffällt, teuer werden! Weitere Nutzungsarten sind u. a. für Bildungszwecke oder kommerzielle Verwertung (z. B. für Handelsprodukte).

Unterschied zwischen kostenlosen, lizenzfreien und -pflichtigen Bildern

  • Creative-Commons-Lizenzverträge räumen Nutzungsrechte für eine kostenlose Verwendung von Bildern ein. Welche Möglichkeiten Sie zur Nutzung haben, hängt aber davon ab, welcher individuelle CC-Lizenzvertrag gilt.
  • Lizenzfreie Bilder können nach Zahlung für ein Projekt häufig unbegrenzt in verschiedenen Medien verwendet werden. Diese im Deutschen dafür verwendete Bezeichnung ist aber irreführend und meint nicht „gemeinfrei“! Üblich ist auch der englische Begriff „Royalty– Free“ oder kurz „RF“.
  • Lizenzpflichtige Bilder – auch „Rights Managed“ oder kurz „RM“ genannt, sind meistens teurer als lizenzfreie Bilder. Diese „traditionelle“ Lizenz ist komplizierter, aber dafür auch exklusiver. Hierbei dürfen die Fotos nur nach dem ausgehandelten Lizenzvertrag genutzt werden.

Tipp 2 | Exklusivität: Ein für eine ausgewiesene Nutzungsart oder Branche lizenzpflichtiges Bild bietet den großen Vorteil, dass das Foto ein Wettbewerber nicht nutzen kann, wenn es so vereinbart wurde. Bei für den Massenmarkt genutzten Royalty-Free-Bildern ist es hingegen gut möglich, dass Konkurrenten oder sogar Großunternehmen in aufmerksamkeitsstarken Kampagnen das gleiche Bild verwenden.

Wie Sie Risiken bei den Nutzungsrechten von Fotos vermeiden

Es ist fahrlässig, Bilder einzusetzen, deren Nutzungsrechte nicht genau geregelt oder bekannt sind. Vorsicht ist besonders bei Anbietern kostenloser Fotos oder Billigangebote, sog. „Penny“-Stocks geboten. Sie könnten z. B. bei zunächst kostenlos heruntergeladenen Bildern kaum beweisen, wenn der Urheber ein Motiv später doch kostenpflichtig veräußert, dass Sie keine Bildrechte verletzt haben. Riskant kann es auch werden, wenn Gesichter auf Fotos gut zu sehen sind. Verletzungen von Persönlichkeitsrechten (speziell das Recht am eigenen Bild), Markenrechten, Rechten Dritter (z. B. der Architekten an ihren fotografierten Gebäuden oder Künstlern an ihren Werken): Das sind nur einige Fallstricke, die zu empfindlichen Abmahnungen führen können.

Tipp 3 | Rechtssicherheit: Kaufen und verwenden Sie deshalb besser nur Bilder etablierter Bildagenturen. Denn hier können Sie sich ziemlich sicher sein, dass alle Rechtsunsicherheiten geprüft wurden.

Welche Pflichten ergeben sich aus einem Lizenzvertrag für Bilder

Erst nach dem Bestätigen der Lizenzbedingungen lassen sich online gekaufte Bilder bei Stockagenturen herunterladen. Beachten Sie dabei, dass nicht nur die wenigen Bedingungen gelten, die dabei kurz eingeblendet werden, sondern die mehrere DIN A4-Seiten füllenden Lizenzverträge. Man muss schon ein auf das Urheberrecht spezialisierter Anwalt sein, um sie im Detail zu verstehen. Dabei hat jede Stockagentur leider ihre eigenen individuellen Bedingungen. Dies sind beispielhaft Pflichten, die mit einem Lizenzvertrag für Käufer von Fotos verbunden sind …

Tipp 4 | Urhebernennung: Stellen Sie möglichst (ob für die Nutzung im Internet oder in Drucksachen) die Nennung des Fotografen und der Bildagentur unmittelbar unter, in oder gestürzt so neben das Bild: „© Urhebername/Bildagentur“. Manche Stockagenturen verlangen zudem einen Urhebernachweis von im Web verwendeten Fotos in den Metadaten oder sogar zusätzlich eine Verlinkung zu deren Webseite. In mehrseitigen Drucksachen ist es teilweise üblich (aber nicht rechtssicher), einen Bildnachweis in Form einer Liste ins Impressum zu stellen. In dem Bildnachweis wird dann genau vermerkt, wo jedes in der Publikation verwendete Bild platziert wurde: „S. 3 rechts unten“ etc.

Tipp 5 | Print- und Online-Nutzung: Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie sich die Nutzungsrechte an dem Bild für diese beide Mediennutzungen sichern.

Tipp 6 | Große Auflagen: Beabsichtigen Sie ungewöhnlich große Stückzahlen (z. B. 100.000) mit dem Foto drucken zu lassen, müssen Sie eventuell ein Vielfaches der Lizenzgebühr bezahlen.

Tipp 7 | Bearbeitungsrecht: Es kann vom Lizenzgeber sogar eingeschränkt werden, die Größe oder Farbe von Fotos zu ändern. Deshalb werfen Sie besser auch einen Blick auf diese Bedingungen.

Wie Sie auf neue Ideen für kreative Motive kommen

Wenn Sie sich einfach nur inspirieren lassen wollen, sollten Sie die Suchbegriffe möglichst offen halten.

Tipp 8 | Bildkonzept: Recherchetools teurer Stockagenturen helfen Ihnen rasch, ansprechende und auch ungewöhnliche Motive zu finden. Sind gut zusammenpassende Motive für ein Bildkonzept gefunden, können Sie beispielsweise auch bei günstigeren Stockagenturen nach Alternativen suchen.

Authentisches Bildmaterial ist rar bei günstigen Bildagenturen

Bei billigen People-Bildern wirken Menschen häufig zu fröhlich und in ihren Posen wenig glaubwürdig. Es ist dort schwierig, günstig authentisch wirkendes Bildmaterial, besonders mit deutschen bzw. europäisch wirkenden Models zu finden. Sollten Sie hochwertige Bilder bei günstigen Stockagenturen finden, heißt es aufpassen!

Tipp 9 | „Kuckuckskinder“: Schauen Sie, wenn Sie Top-Bilder bei günstigen Stockagenturen finden, unbedingt auf den Preis. Damit vermeiden Sie, dass Sie einem Kunden ein Motiv vorschlagen, welches Sie später selbst teuer bezahlen müssen – falls Sie das Projekt inklusive der Bildrechte angeboten hatten!

Welche Bildagenturen bieten kostenlose, welche günstige oder gar teuere Fotos?

Gutes, authentisches und exklusives Bildmaterial hat natürlich seinen Preis. Die Angebote der günstigen bis mittelpreisigen Stockagenturen werden aber leider immer austauschbarer und zunehmend „amerikanischer“ bzw. werblicher. Insgesamt bieten sie eine große Masse nichtssagender, austauschbarer Bilder.

Tipp 10 | Preisvergleich: Es lohnt sich, immer parallel in verschiedenen Bildagenturen nach Motiven zu recherchieren. Sie werden merken: Sie finden häufig die gleichen Motive bei unterschiedlichen Stockagenturen zu verschiedenen Preisen! Laden Sie sich deshalb ein präferiertes Foto als Vorschau herunter und schieben es in das Fenster der Bildersuche einer anderen Bildagentur. Manchmal ist es dort billiger zu erhalten.

Kostenlose Bilder

www.Unsplash.com

www.pixabay.com

Günstige Bilder

www.iStockphoto.com (mit nur 2 Preisen; gute Suche; amerikanischer Look)

www.panthermedia.net (auch europäische Models; Motive wirken teilweise gestellt)

www.photocase.de (beschränktes, aber kreatives und günstiges Angebot; europäische Models)

www.clipdealer.com (amerikanischer Look)

www.shutterstock.com (amerikanischer Look; Direktzugriff aus PowerPoint mit „smarter“ Ähnlichkeitssuche. Ein weiteres Tool ermöglicht Texte und Logos einzugeben sowie Filter zum Test anzuwenden; noch günstiger im Abonnement)

www.strandperle.biz (Möglichkeit, auch Bilder recherchieren zu lassen)

Mittelpreisige Bilder

www.AdobeStock.com (günstige bis mittelpreisiger Bilder, war früher Fotolia; wer die Adobe Programme der Adobe Suite nutzt, kann die Bilder gut zum Layout nutzen und später unkompliziert lizenzieren)

www.f1online.de (Suche auch nach Bildwelten geordnet)

www.plainpicture.com (Spezialist für unkonventionelle, authentische Fotografie)

www.picture-alliance.de (historische und redaktionelle Bilder; Preise auf Anfrage)

www.ullsteinbild.de (historische, redaktionelle und moderne Bilder; Preise auf Anfrage)

Teure Bilder

www.gettyimages.de (sehr gute Suche, Top-Motive)

Datenbank mit gemeinfreien, historischen Bildern

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Darüber hinaus gibt es noch eine große Auswahl an Spezialagenturen zu Themen wie Kochen, Kunst und Kultur oder Sport.

Buchtipp

Robert Golz/Marie Slowioczek-Mannsfeld: Fotos rechtssicher nutzen im Internet. MITP. Frechen 2018.

Hinweis

Stand: August 2019. Dieser Blogbeitrag dient ausschließlich der Information. Er wurde nach bestem Wissen und Gewissen verfasst. Im Fall von einer Abmahnung oder anderen juristischen Fragen, wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Urheberrecht. Der Blogbeitrag kann und soll nicht den Rat eines Anwalts ersetzen. KONTURENREICH | Matthias Hugo haftet nicht für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die wider Erwarten aufgrund der in diesem Beitrag enthaltenen Informationen entstanden sind.

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