Trends und Entwicklung im Magazindesign und bei Zeitschriften

Die zunehmende Individualisierung und Digitalisierung hinterlässt deutliche Spuren im Magazindesign. Das begünstigt teils widersprüchliche Trends bei Rastern, Schriften und Bildern – und verhindert zudem das Herausbilden von Megatrends bei Zeitschriften, wie wir sie aus den 1960er und 1970er Jahren kannten.

Hier finden Sie neben Links zu Inspirationen auch zahlreiche Informationen zu den Marktentwicklungen bei Publikums- und Fachzeitschriften. Außerdem erfahren Sie hier mehr über die Chance zur crossmedialen Nutzung von Mitarbeiter- und Kundenmagazinen.

Wenn Sie nach Trends im Magazindesign suchen …

… ist es sinnvoll, genau zu unterscheiden, an welchem der folgenden Bereiche Sie interessiert sind:

  • Künstlerische Magazine sowie Mode, Beauty und Lifestyle: Geringere Auflagenhöhen – jedoch mit wesentlich höherem kreativen Potenzial
  • Publikumszeitschriften: Langfristiger Trend zu einer Auflockerung, besseren Lesbarkeit und leichterem Erfassen des Fließtextes, mehr Leseeinstiege und  Infokästen sowie zahlreichere, kürzere Beiträge und ein insgesamt höherer Bildanteil
  • Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften: Veränderungen und Trends werden hier am wenigsten sichtbar.
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Asymmetrische Gestaltungsraster: Trend im Magazindesign

Die Dominanz einer vorherrschend rechtwinkligen Gestaltung beruht darauf, dass früher im Bleisatz und heute bei den Softwareangeboten eher eine rasterartige Gestaltung unterstützt wird: Das Layout wie der Satz können so unkompliziert und ökonomisch sinnvoll umgesetzt werden. Jetzt gibt es einen neuen Trend, der weniger starr ist und zu mehr Einzigartigkeit und Lebendigkeit führt: das asymmetrische Design. Die dadurch freigesetzte Energie und Bewegung fördert die Neugier und das Interesse des Lesers am Grafikdesign, und damit auch eher an den Inhalten.

Magazindesign Trend Asymmetrie

Kontraste bei der Schriftenwahl in Zeitschriften

Für Fließtexte dominieren in Magazinen aus Gründen einer schnelleren Erfassung der Inhalte gut lesbare, bewährte Grotesk-Schriften und „klassische“ Serifenschriften. Beispielsweise streben Zeitschriften aber für die Headline-Typografie, Vorspanntexte oder Auszeichnungen nach mehr Individualität. Dieser Freiraum wird je nach Ausrichtung und Ästhetik des Magazins gerne genutzt. Im Kontrast zur Satz- bzw. „Brotschrift“ können charaktervollere Schriften den angestrebten Look der Zeitschrift, ob trendy, jugendlich, modern, informativ, seriös, historisch etc. unterstützen. Fachzeitschriften werden hingegen aber seltener ausdrucksstarke Fonts verwenden, da sie von den Inhalten ablenken könnten. Es gibt folgende teils schon langdauernde Schrift-Trends bei Zeitschriften:

Magazindesign Trend Schriftfonts

Lustvoller Einsatz typografischer Mittel

Die Lesbarkeit der Texte sowie ein leichtes Erfassen der Leseführung sollten natürlich immer an erster Stelle stehen, wenn es um Print- und Online-Medien geht. Um eine spannendere Typografie zu ermöglichen, nutzen diese typografischen Mittel beispielsweise eher künstlerisch ausgerichtete Magazine :

  • Text bis dicht an den Seitenrand
  • Überlagerung von Schriften über Bilder
  • Großer Kontrast von Textgrößen z. B. für Anlesetexte, Quotes und Zitate
  • Ganzseitige Farbfonds
Magazindesign Trend Typografie

Generation Z beeinflusst: mehr Leseeinstiege und Infohäppchen

Wie kann jene begehrte Zielgruppe, die um die Jahrtausendwende Geborenen, mit gedruckten Magazinen überhaupt erreicht werden!? Denn die unter dem Einfluss der Digitalen Medien Großgewordenen haben wenig Interesse an Print-Medien und zudem andere Lesegewohnheiten. Deshalb wird die längst im Web durchgesetzte Entwicklung auch immer konsequenter auf Zeitschriften übertragen: Lange Fließtexte werden durch Zwischenüberschriften in kleinere Häppchen gegliedert. Zudem eröffnen weitere Textebenen wie Infomodule, Anlesetexte, Fact-Listen sowie Infografiken und -kästen Lesern einen zusätzlichen Leseeinstieg, geben Auflockerungen und weitere Informationen.

Magazindesign Trend mehr Leseeinstiege

Trend zum Handgemachten nutzt einen Crossover im Magazindesign

Diese schon langanhaltende Entwicklung verwendet einen Remix teils gegensätzlicher Stile, Techniken, Bilder, Materialien und Strukturen. Hier kommen besonders auch unterschiedliche Schriftarten und Schreibwerkzeuge zum Einsatz. Diese Fülle an kreativen Möglichkeiten lässt ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Magazindesign entstehen. Mode- und Lifestyle-Magazine verwenden zudem auch gerne zusätzlich Collagen.

Magazindesign Trend Crossover

Themen bei Bildern und Trends in der People-Fotografie

Die großen Trends bei den Bildthemen sind gesellschaftspolitischen Ursprungs. Sie visualisieren aktionistische Bewegungen, wie z. B. Gleichberechtigung, Gender Shift, Nachhaltigkeit. Aber sie positionieren sich auch gegen Turbo-Kapitalismus oder Umweltzerstörung und bebildern Migration, Urbanität und Konnektivität. Die Bildsprache wird dabei insgesamt authentischer, ehrlicher und überzeugender.

In der People-Fotografie ist der Look inszenierter Werbebilder von Bildagenturen mit glatten und geschniegelten Models zunehmend seltener gefragt. Einer weiter steigenden Beliebtheit erfreuen sich Menschen, die eine authentische Lebenswirklichkeit vermitteln: individuelle, freakige und multikulturelle Typen – mit Tattoos, Piercings, besonderen Merkmalen oder ausgefallenen Frisuren. Weibliche Models dürfen wieder älter sein – auch mit Falten, weiblichen Formen und Charakter. Männer dürfen gerne auch wieder männlich-kernig aussehen, mit Bart und typischer Körperform. > Weitere Infos zu Trends bei Bildern und Fotos

Magazindesign Trend Bilder

(Mehr) Farbigkeit, Farbverläufe und Duoton in Magazinen

Bei den Farben gibt es, geprägt durch die Mode- und Einrichtungswelt, schnell wechselnde Trends, die z. B. von Pantone® Colore Institute regelmäßigen veröffentlicht werden und natürlich auch das Grafikdesign beeinflussen. Hier ist zum einen der Umgang mit Sättigungen bei Bildern von Bedeutung. Mal sieht man kräftige, gedeckte oder auch pastellige Farben, so dass kaum bei einem dieser Faktoren von einem durchgängigen Trend gesprochen werden kann. Fotos werden auch mal in Richtung kühl, warm oder auch retromäßig bearbeitet, so dass sie wie aus einem Fotoalbum der 1970er wirken.

Besonders farbenfroh wird es, wenn es um Farbgegensätze geht. Der Duplex- oder Duoton-Effekt meist kontrastreicher Farben ist schon sehr alt und wurde besonders geschätzt, als der Vierfarbendruck noch sehr teuer war, und auch nur mit zwei Farben ein starker Ausdruck erzielt werden konnte. Jetzt sieht man häufig dieses „Schwingen gegensätzlicher“ Farben bei Farbverläufen in Magazinen, entweder auf gesamten Seiten, z. B. in Segmenten, oder gar im Bund. > Photoshop-Tutorial Duotone-Effekt erzeugen

Magazindesign Trend Verläufe + Duotone

Entwicklungen bei Publikumsmagazinen und Fachzeitschriften

Trends bei Auflage und Häufigkeit von Publikumsmagazinen

Regelmäßig erscheinende Magazine mit einer Auflage von über 50.000 Stück werden immer seltener. Auch die Häufigkeit pro Jahr verringert sich: Zahlreiche früher monatlich veröffentlichte Zeitschriften werden nur noch vierteljährlich oder nur mit zwei bis drei Heften im Jahr verlegt.

Fachzeitschriften für Nischenprodukte und Special Interests

Kleinere Verlage sind stets auf der Suche nach neuen gesellschaftlichen Strömungen und Trends. Sie sind kreativ dabei, die Bedürfnisse der neuen Lebenswirklichkeit („11 Freunde“) zu bedienen. Die Inhalte für neu erscheinende Magazine werden dadurch zunehmend individueller. Großverlage hingegen sind eher bestrebt, mit Ablegern bekannter, erfolgreicher Titel (wie Spiegel, Men’s Health) Lücken im Markt zu bedienen.

Print vs. Online oder Trend zum crossmedialen Magazinen?

Gedruckte Magazine bleiben das Leitmedium

Wie viele Menschen lesen ein ganzes Magazine online oder laden sich die App samt Ausgabe herunter? Ein Print-Magazin hingegen ist ein haptisches Medium, mit dem ganz anders umgegangen wird. Man kann es beiseitelegen und immer wieder danach greifen, wann und wo einem danach ist. Und Zeitschriften holen Leser in der Situation oder an dem Ort ab, wo sie sich gerade befinden: ob in der Apotheke oder im Wartezimmer einer Arztpraxis, der Bahn oder im Flugzeug, Wellness-Bereich oder Sportstudio. Hochwertig gedruckte und vielleicht sogar veredelte Magazine haben ihren Preis. Damit besteht aber die Erfolgsaussicht, dass sich Leser, Kunden oder Mitarbeiter mit gut gemachten Zeitschriften oder gar dem herausgebenden Unternehmen identifizieren können.

Print-Kundenmagazine mit Chance zur crossmedialen Nutzung

Kundenmagazine mit einer professionellen, inhaltlichen Qualität werden von Lesern eher als Ratgeber und weniger als Werbung wahrgenommen. Wenn dies gelingt, besteht die Gelegenheit, Leser auch für die Nutzung des Contents in anderen Medien und Social Network zu gewinnen.

Vorteile von gedruckten Mitarbeiterzeitschriften

Reportagen, Interviews und längere Beiträge mit zahlreichen Bildern eignen sich eher in Print-Magazinen. Mit gedruckten Mitarbeiterzeitschriften lässt sich z. B. leichter eine emotionale Bindung zum Leser aufbauen. Sie sind zudem für Beschäftigte in der Produktion besser zugänglich, die seltener mit Rechnern arbeiten.

Zahlreiche spannende Funktionen für Online-Magazine

In Web- und Social Media-Angeboten von Magazinen lassen sich …

  • Inhalte wie Produkte mit interaktiven Elementen, Videos, Animationen und Podcasts einbinden.
  • Chats und Interviews mit Testimonials sowie verwandte oder vertiefende Informationen und PDFs verknüpfen.

Online-Magazine leben von der Kürze und Vielfalt der Beiträge und Informationen. Texte für Print-Magazine lassen sich deshalb nur bearbeitet für die Online-Nutzung verwenden. Da sie zu lang sind, sollten sie gekürzt, und weitere Zwischenüberschriften und Bulletpoint-Texte statt längere Passagen eingefügt werden. Wichtig ist auch, dass die online eingebundenen Medien immer in einem angemessenen Verhältnis zur Ladezeit stehen sollten. So lassen sich insgesamt Inhalte online deutlich spannender und attraktiver veröffentlichen als in Print-Magazinen. Zusätzlich erhöhen sie die Reichweite.

Das Online-Magazin bietet eine echte Chance zum Dialog mit Lesern

Das Online-Magazin bietet weitaus besser als das gedruckte Magazin die Möglichkeit, direkt mit Lesern in Kontakt zu treten und ein schnelleres Feedback zu erhalten. Zudem können Beiträge in Sozialen Medien geteilt und kommentiert werden. Auch ist es möglich, eigene Videos und Podcasts hochzuladen.

Bei Magazinen mehr als eine Randerscheinung: die native App

Durch sich ändernde Mediennutzungen steigt auch die Bedeutung nativer Magazin-Apps für Smartphones und Tablets. Mit ihnen lassen sich nicht nur Inhalte nutzerfreundlich darstellen und Zusatzinformation einbinden, sondern man kann sie auch offline nutzen. Der Aufwand für die Erstellung einer App ist jedoch hoch – auch wegen der Optimierung auf die gängigen Betriebssysteme.

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